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Coboat – mit vollen Segeln zur Arbeit

Coworking im Mittelmeer

Als wir unseren Coworking Space auf Mallorca erfanden und planten, stand ein Segelboot als Ort fürs Coworking auf der Ideenliste für eine mögliche Umsetzung. 2014 entschieden wir uns dann doch für's Festland: Da können wir Coworkation ganzjährig anbieten, und wir haben eine leistungsfähige, zuverlässige Internet-Verbindung. Wie schön, dass jetzt Coboat bei uns vorbeisegelt!

Da haben wir sie, die Verbindung von Freizeit und Arbeit, über die Rainer gerade in der Podcast-Folge Work Life Balance sprach. Zu dem Projekt Coboat im Mittelmeer haben wir Gerald Schömbs, einem der vier Gründer von Coboat, ein paar neugierige Fragen aufs Boot gefunkt.

Coboat mit vollen Segeln zur Arbeit

Hola Gerald! Für diejenigen, die Dein Projekt noch nicht kennen: Was ist die Idee von Coboat?

Gerald Schoembs / CoboatGerald: Einfach gesagt: Ein Coworking Space auf einem Segelboot. Tatsächlich ist das Coboat eher ein Coworking Camp mit Coliving. Es geht weniger darum, seine Zeit vor dem Rechner zu verbringen, um an seinen Projekten zu arbeiten – das geht aber auch –, als vielmehr mit der Gruppe zusammen Ideen zu teilen, Feedback zu geben, Zeit zu haben für Inspiration und Kreativität. Das alles losgelöst von der gewohnten Umgebung, angeregt vom Meer, dem Wind und dem täglich neuen Ausblick.

Bisher hatte ich Coboat immer mit Asien verknüpft; wie kommt es, dass ihr jetzt hier vor unserer Haustüre im Mittelmeer segelt?

Gerald: Wir hatten geplant, mit einem eigenen Katamaran von Thailand aus zu starten. Den Plan mussten wir erstmal vertagen, wollten aber trotzdem so schnell wie möglich aufs Wasser und mit unserer Community lossegeln. Dafür haben wir eine große Segelyacht in Griechenland gechartert, ein "Coboat" draus gemacht und segeln jetzt quer durchs Mittelmeer. Im Oktober liegen die Balearen auf der Route. Bis dahin besuchen wir noch Sizilien und Sardinien, später Marocco und die Kanaren.

Wir sind praktisch alle Phasen eines richtigen Startups durchlaufen: Euphorisch über die tolle Idee, dann motiviert von dem fantastischen Feedback. Als beim Bau des Bootes ein Rückschlag auf den nächsten folgte, waren die Nerven angespannt und es gab eine Menge Frustration.

Das sind die Momente, wo ein tolles Team funktionieren muss. Wir mussten aus dem Tunnel raus und wieder den Blick für das große Ganze bekommen. Da haben wir erkannt, dass wir vor allem eins wollten: aufs Wasser und tolle Erlebnisse schaffen. Von Phuket aus haben wir die ersten Touren mit einem Charterboot veranstaltet – zunächst vor allem für unser Team, dann mit zahlenden Gästen.

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Gibt es einen typischen Tagesablauf auf dem Coboat?

Gerald: Jeder Tag und jede Woche sind anders. Abhängig von der Community an Bord, der Route und speziellen Gästen, die wir einladen. Generell kann man sagen, dass wir einen halben Tag segeln, zwei Sessions am Tag veranstalten und zwischendurch Zeit für Arbeit und Austausch ist.

Die Tage auf dem Boot sind sehr lang, weil man mit einem Sprung ins Meer nach Sonnenaufgang startet und 17 Stunden zur vollen Verfügung hat, weil man ja keine Zeit damit verschwendet, etwa ins Büro oder zu Terminen fahren zu müssen oder sich ums Essen zu kümmern.

Wie wirkt das intensive Coliving an Bord auf die Gruppe der Coworker ein?

Gerald: Das ist genau der Faktor, der die größte Wirkung auf die Dynamik in der Community hat: Man lernt sich sehr schnell gut kennen, verbringt die meiste Zeit in Badekleidung zusammen und wird durch die Erlebnisse und gemeinsamen Abenteuer auf dem Meer zusammengeschweißt. Wobei Intensivität nicht mit Enge zu verwechseln ist: Unser Katamaran ist sehr groß und man findet viele Bereiche, in denen man sich unterhalten oder entspannen kann.

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Haben sich bereits neue Projekte aus der gemeinsamen Fahrt entwickelt?

Gerald: Jede Menge, grosse und kleine Projekte. Eine Coboaterin war unglücklich mit ihrem aktuellen Job und hat gemeinsam mit den anderen auf der Fahrt Ideen für ihre zukünftige Lebens- und Karriere-Planung entwickelt. Das gab ihr die Zuversicht, noch von Bord aus zu kündigen - und spontan zwei Wochen länger zu bleiben.

Becky, unsere Marketing-Managerin, hat seinerzeit über Coboat gelesen und daraufhin beschlossen, nach neun Jahren ihre Festanstellung aufzugeben und mit uns in Thailand an dem Projekt zu arbeiten. Mit ihrem Chef traf sie eine Vereinbarung über eine Teilzeitstelle, arbeitete zwei Tage in der Woche remote im Marketing für ein Medizintechnik-Unternehmen in UK und wurde während dieser Zeit sogar befördert.

Matthias von Coworking Camp war schon zweimal auf dem Coboat, beim ersten Mal hat er Uwe kennengelernt. Jetzt planen sie zusammen den Coworking Space in Bansko in den Bergen Bulgariens. Über dieses first ‘Made on Coboat’ Projekt bloggten wir auf unserer Website: Inspired by Coboat: From the Bay of Bengal to rural Austria.

Last but not least fand Eleni auf dem Coboat Mitstreiter für ihr Projekt "Healing Lesvos": Gemeinsam mit engagierten digitalen Nomaden setzt sie sich dafür ein, die krisengeschüttelte Wirtschaft der Insel Lesbos mit neuen Ideen zu beflügeln und Flüchtlinge zu integrieren.

Welche Meerestiere habt ihr auf dem Coboat bereits entdeckt? Vielleicht auch einen Rochen? "Unser" Haustier im Logo ist ja ein Adlerrochen Raya aguila....

Gerald: Rochen waren noch keine dabei, aber dafür schon Schildkröten und natürlich jede Menge Delfine.

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Wie können interessierte Coworker zu euch an Bord kommen?

Gerald: Bei uns kann man wochenweise mitsegeln. Im Preis ist Vollpension und Internet dabei. Wir haben einen Koch und einen Community Manager an Bord. Und natürlich einen Skipper, denn segeln muss man nicht können – darf es aber gern lernen. Jeden Samstag kann man zu- oder aussteigen. Die Route findet man auf book.coboat.org und hier auf Google Maps.

Herzlichen Dank für das Interview, Gerald. Wir wünschen Dir und den Coboat Coworkern allzeit fair winds & following seas!

Das Projekt Coboat segelt hier im Social Web:

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Coboat – mit vollen Segeln zur Arbeit erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu -- Fotos: coboat / coboat.org

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