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re:publica Cargo Kult und Coworking

Bis zur re:publica, der grossen Digital-Konferenz in Berlin, war ich noch der Meinung, Coworking ist ein Teil von Arbeiten 4.0. Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Die jüngsten Erfahrungen zeigen mir, wie wichtig es ist, eine klare Sonderstellung zu behalten...

rpten re:publica net

Arbeiten 4.0 ist stark von klassischen Strukturen geprägt – das liest sich auch in dem Grünbuch Arbeiten 4.0 aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Daraus soll in Dialogen – wie z.B. jüngst mit Ministerin Nahles auf der re:publica – ein Weißbuch entstehen, in dem die Leitplanken für die Neugestaltung der Arbeitswelt von morgen formuliert werden.

Coworking geht in der Praxis daran, neue Gestaltungsräume und Organisationsformen zu formen. Und das ist meiner Erfahrung nach der Weg, wirklich Innovation zu betreiben. Wir können noch so über neue Formen reden und diskutieren – ausprobieren, anders machen und verfeinern im "Gebrauch" ist dagegen näher dran.

Daher: 5 Gründe, warum Coworking in der Future of Work-Thematik auf jeden Fall eine Sonderstellung gebührt.

1. Weil ich Sascha Lobos "The Age of Trotzdem" gehört habe.

Montagabend gab der re:publica wieder Sascha Lobo die Ehre. Für jemanden wie mich, die 1986 den ersten PC hatte und seit 1988 online ist, sehr nachvollziehbar, was Sascha vortrug. Ich will das hier nicht im Detail nachbeten, hier steht bereits die Aufzeichnung von "The Age of Trotzdem" bereit (Angucken!).

rpten sascha lobo

Er sprach u.a. darin an, dass es eine Art "Digitaler Cargo Kult" in und um das Internet zu beobachten gibt: Besonders die spätberufenen Onliner glauben zu wissen, wie das Internet oder Social Media funktioniert, haben aber die grundlegenden Prinzipien überhaupt nicht verstanden (ab 33:47).

Kurz eine Passage aus Wikipedia zur Erläuterung des Cargo Kult:

"Die Kultausübenden nahmen an, die Ausländer verfügten über einen besonderen Kontakt zu den Ahnen, die ihnen als die einzigen Wesen mit der Macht erschienen, solche Reichtümer auszuschütten. Indem sie die Ausländer nachahmten, hofften sie, auch ihnen möge ein solcher Brückenschlag gelingen. In einer Art der sympathetischen Magie bauten sie zum Beispiel lebensgroße Flugzeugmodelle aus Stroh oder schufen Anlagen, die den militärischen Landebahnen nachempfunden waren, in der Hoffnung, neue Flugzeuge anzuziehen."

2. Weil mir in Gunter Duecks Vortrag über Cargo Kulte klar wurde was gerade geschieht.

Am Dienstagmorgen war ich dann bei Gunter Dueck "Cargo Kulte" und hörte mir an, wie in vielen Unternehmen eigentlich gute Tools nicht verstanden werden (auch hier empfehle ich die Aufzeichnung). Methoden werden wie Cargo Kulte angewendet: zum Beispiel Kick-offs oder Brainstormings.

Gunter Duecks Perspektive: Da ist eine gute Idee wie aktuell beispielsweise Design Thinking, dafür werden viele Leute in Schulungen geschickt, um dann unverstanden dieses Konzept im Unternehmen einsetzen, weil sie glauben, dass ein Design Thinking Meeting die Lösung ihrer Probleme ist. Ohne durchdrungen zu haben, was das Konzept tatsächlich umfasst. Scheitert das Ganze, dann lesen wir das an den Motivationssprüchen auf den Kaffeetassen ab: "Team",  "Innovate!" oder noch schlimmer: "Win!" Guter Hinweis, Gunter Dueck, so hatte ich das noch nie betrachtet.

3. Weil mich dann ein Kaffeebecher erschreckt hat.

Nach dem Vortrag erbitte ich einen Capuccino am Stand des Bundesministriums für Arbeit und Soziales – Gracias! Aber dann. Da steht "#ARBEITENVIERNULL" drauf. Wow. So schnell ist es schon, da wird Arbeiten 4.0 gepredigt und eigentlich noch disktutiert (Grünbuch, Weissbuch) – und heute steht das schon auf dem Kaffeebecher.

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Was hatte Gunter Dueck eben von den auf Kaffeetassen gedruckten Worten erzählt? Damit dürfte schon vorgezeichnet sein, wie wenig tatsächlich revolutionierendes Future of Work in den Arbeiten 4.0 Bestrebungen stecken mag.

4. Weil Coworking Werte wichtige Lehren aus Problemen der Arbeit und Gesellschaft sind.

Auf einmal wurde mir auch klar, was gerade in einem mir am Herzen liegenden Themenfeld Coworking geschieht. Coworking, das ich, wie eingangs angemerkt, als Teil von Arbeiten 4.0 begriff. Aus dem Nichts werden zwei Mietschreibtisch-Anbieter durch unsere verschiedensten Medien hofiert, die aus dem Ausland bei uns Designer-Tempel zum Arbeiten hinstellen. Quasi Regus-Büro-Häuser ohne Zwischenwände. Hallo? Wo waren die wohlwollenden Artikel über die vielen kleinen Coworking Spaces, die es seit 2009 (betahaus, Berlin) in Deutschland gibt?

In Coworking Spaces weltweit und in Deutschland wird seit Jahren die Zukunft der Arbeit erfunden, ausprobiert und weiterentwickelt – darüber wurde in den Medien so gut wie nie berichtet. Ok, diese Gruppierungen melden keine sensationellen Umsatzprognosen, denn sie arbeiten mit den Coworking-Werten Collaboration - Openness - Community - Accessibility - Sustainability und im Sharing-Prinzip mit geringer Gewinn-Marge, wenn es läuft. Das sind die neuen Werte, die auf gesellschaftliche und erwerbstätige Probleme neue Antworten gefunden haben.

Das Neue ist nicht wie traditionelle Organisationen, damit offenbar zu kompliziert und zu divers für die mediale Bearbeitung. Ja, es ist schon aufwändig bei der Recherche, wenn jeder Space anders ist abhängig von Coworking Host und Community. Aber hey: Verallgemeinerungen sind unzutreffend, wenn eine neue Form des Arbeitens erst dabei ist sich herauszubilden. Für Aussenstehende sind toll designte Arbeitsstätten offensichtlich griffiger als die Coworking Spaces mit Coworking Spirit, die Veränderung gut finden und sich im Sinne ihrer Coworker entwickeln.

Dabei aber nicht vergessen: Die Hinweise verdichten sich, wie stark das berufliche Leben von Veränderung betroffen sein wird. Veränderung nur wie einen der angesprochenen Cargo Kulte auszuüben, bringt da wenig. Vielleicht ist ja Arbeiten 4.0 genau so ein Hoffnungswort für Unternehmen und Politik, dass Veränderung verheisst, an dass es zu glauben gilt. Es greift zu kurz.

5. Coworking denkt vom Menschen her, nicht von Strukturen oder Design.

Als 2009 Coworking nach Deutschland schwappte begeisterte mich sogleich: Coworking hat mit Menschen zu tun und stellt diesen in den Fokus. Diese neue Form des (Zusammen)Arbeitens und der gegenseitigen Unterstützung muss gelebt/erlebt werden, um das Neue zu erfassen. Dabei bleibt es flexibel und anpassungsfähig, um mit der Coworker Community Schritt zu halten, sowie sie weiter zu inspirieren.

Das ist vielleicht die schwerste Lektion für traditionelle Organisationen und Strukturen. Da erinnere ich nur an die Schwierigkeiten, sich in die Erlebniswelt der Kunden einzufühlen. Und diese Individualität ist zugleich eine der Herausforderungen für Coworking Hosts, ihre Coworker miteinander zu vernetzen und auf deren Bedürfnisse nach Möglichkeit eingehen. Mit ihnen gemeinsam den Space aufbauen, der ein neues kreatives Schaffen beflügelt.

Ich wünsche mir, dass Coworking durch diese vielen kleinen unabhängigen Flämmchen mit engagierten Coworkern als glühende Funken der Innovation weiter die Zukunft der Arbeit gestalten. Kein Cargo Kult, sondern gelebte Realität und inspierende Wegweiser für die Zukunft.

coworker coworking future of work

Coworker Necessities im Idea Speed Dating auf der Coworking Europe Conference 2014

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag re:publica Cargo Kult und Coworking erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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Yoga Laptop Asana 1 SAMASTHITI

relax & work mit Tipps von Yogini Caroline

relax work yoga laptop asana

Entspann Dich mit diesen kleinen Yoga-Stellungen frisch aus unserer Coworking Community in Santanyí.

Klar, eigentlich ist es Allgemeinwissen: Für Nacken und Schultern ist das Arbeiten mit Laptop ohne externen Monitor anstrengend. Der Blick geht nach unten. Oft heben wir unsere Arme an, damit unsere Hände ohne Auflage über dem Keyboard schweben können.

Sitzt Du auch so gerne mit übergeschlagenen Beinen? Leider gibst Du damit auf Dauer Deinen Hüftmuskeln Saures. Sind dann auch noch die Augen vom Bildschirm angestrengt verspannen sich unsere Gesichtszüge – na gut, manchmal hat das auch mit einem Projekt zu tun.

Du siehst: Gründe genug, zwischendurch für Entspannung zu sorgen.

Smarte Yoga Asanas für smarte Coworker

Im Coworking Space Rayaworx haben wir uns dem Thema relax & work verschrieben. Gemeinsam mit Coworkern besuche ich so zum Beispiel Yoga-Stunden bei Yogini Caroline Yao in Mondragó. Daraus entstand die Idee, ein paar Übungen für den Alltag am Laptop zusammenzustellen. Quasi smarte Yoga Asanas für smarte Coworker.

Die Asanas (Haltungen) hat Caroline so gestaltet, dass Du sie recht unauffällig an Deinem Arbeitsplatz üben kannst. Noch besser ist es, wenn Du Deine Coworker mitreisst und ihr euch zusammen etwas Gutes tut. Die ausgewählten Asanas sind für Geübte und Ungeübte gleichermassen geeignet*; wenn Du gesundheitliche Probleme hast, kläre bitte zuvor ab, ob Du diese Übungen in dieser Weise durchführen darfst.

caroline yao yoga mallorca

Ganz wichtig: Denke immer an Deinen Atem. Zur Entspannung atme ruhig und tief in Deinen Bauch. Achte darauf, dass zur Beruhigung das Ausatmen länger als die Einatmung ist.

Achja: Ein leichtes Lächeln (“Smile-Asana”)  während der Übungen erhellt das Gemüt. Glaubst Du nicht? Dann lies mal über die Facial Feedback-Hypothese.

Jede Woche stellen wir Dir eine weitere Übung (Asana) vor. Damit kannst Du locker einsteigen und eine Woche lang immer mal wieder diese Asana einschieben, bevor die nächste Übung dazu kommt. So fällt es leichter, als wenn Du alle 7 Übungen versuchst, in Deinen Workflow zu integrieren. Wir wünschen Dir ein entspanntes Arbeiten!

Yoga Laptop Asana 1 • SAMASTHITI*

Im aufrechten Sitzen mit leicht nach unten geneigtem Kinn lässt Du Deine Arme locker an der Seite herunterbaumeln und nimmst 3 tiefe Atemzüge. Lockere Deine Kleidung etwas, wenn sie Dich einengt. Deine Füsse stehen flach auf dem Fussboden, eventuell ziehst Du Deine Schuhe kurz aus. Konzentriere Dich auf Deinen Atem. Deine Ausatmung sollte gleich lang oder länger dauern als Deine Einatmung.

Kreise nun mit locker herabhängenden Armen Deine Schultern 3 mal langsam nach hinten. Dein Blick geht gerade aus in die Ferne – oder Du schliesst Deine Augen, um die Übung intensiver wahrzunehmen.

Führe Deine Handflächen vor Deinem Brustbein zusammen und drücke die Handflächen aktiv mit sanftem Druck gegeneinander: Die Daumen liegen fest am Brustbein, Deine Schultern sind weit weg von Deinen Ohren, die Schulterblätter ziehst Du sanft nach unten. Die Unterseiten Deiner Arme sind parallel zum Boden.

yoga laptop asana samasthiti

Spüre wie Dein Nacken und Deine Schultern entlastet werden. Nimm in dieser Asana 5-8 tiefe Atemzüge bevor Du sie ganz bewusst und langsam wieder auflöst.

Namasté.

Das bringt Dir diese Asana: Entspannung der Schultern, Konzentration, Ruhe

*Wenn Du gesundheitliche Probleme hast, kläre bitte zuvor ab, ob Du diese Asana in dieser Weise durchführen darfst. Rayaworx und Caroline Yao übernehmen keinerlei Haftung für die Durchführung der vorgestellten Yogaübungen.

 

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Yoga Laptop Asana 1 SAMASTHITI erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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Gerne unterstützt: Heikes Lauf beim #261wm

Rayaworx relax work Santanyí Mallorca

Völlig entspannt und qausi nebenbei erzählt uns Heike, sie laufe übrigens beim Women's Marathon in Palma mit. Heike gehört zu unserer Coworking Community in Santanyí. Den ganzen Winter über trainiert sie auf Mallorca für den Triathlon in Köln dieses Jahr. Da war der Marathon eine willkommene Trainings- und Testeinheit für sie.

Der Women's Marathon in Palma erinnert an Kathrine Switzer, die sich sich 1967 mit ihren Initialen zum Boston Marathon anmeldete, obwohl Frauen offiziell nicht zugelassen waren. An Kathrine Switzers legendären Lauf und ihre damalige Startnummer 261 erinnert der Women's Marathon #261. Zu einer Pionierin des Marathon passen wir als Pioniere auf dem Weg zur "future of work" ja prima dazu. 

"Cool, wir unterstützen Dich!" sagten Rainer und ich sogleich. Von diversen Halbmarathon- oder Münchner Stadtlauf-TeilnehmerInnen weiss ich, wie wichtig der Support am Rande ist. Ob Heike wohl für Rayaworx unterwegs ein bisserl Reklame läuft? "Klar, mach ich gerne", sagte Heike.

Nunja, einen Hersteller von Laufbekleidung, der uns recht kurzfristig einen Sonderdruck mit Auflage "1" macht, haben wir nicht gefunden. Also mussten wir selbst ran und wurden – typisch Coworking – im Team kreativ.

relax & work – Santanyí

Eine Aufschrift war schnell gefunden: Rayaworx – relax & work – Santanyí sollte auf Heikes Rücken prangen. Am besten bringen wir das mit Farbe auf einem passenden Funktions-Shirt an.

Also die Aufschrift in die Präsentations-Software getippt und in einer passenden Schrift für die Schablone formatiert. Schnell ist so eine Vorlage auf festem Entwurfspapier ausgedruckt. Langsam und mühevoll dagegen hat dann Rainer die Buchstaben mit dem Papierskalpell ausgeschnitten. Fertig ist die individuelle Schablone. 

Die Mühe hat sich gelohnt: Inzwischen nutzen wir die Vorlage auch für andere Objekte...

Vor dem Farbspray tupfte ich eine weisse Grundierung auf das schwarze Funktions-Shirt. Dann sprühte Heike mit der Spraydose die Farbe in Raya-Blau drüber – trocknen lassen – fertig.

Rayaworx Schablone für das Laufshirt beim Palma Womens Marathon Alles vorbereitet - kann losgehen Die Grundierung wird aufgetragen - Worx steht schon da Jetzt noch den Lack drauf - in Rayaworx blau Fast fertig - jetzt noch trocknen lassen und vorsichtig abziehen.

Gut gelaufen auf Mallorca

Am Marathon-Sonntag waren wir sehr früh an einem autofreien Passeo Maritimo in Palma. Um 9:00 ging der Marathon los. Wir unterstützten den Vormittag über sowohl Heike als auch andere Marathon-Teilnehmerinnen am Wegesrand.

Unser Rayaworx-Shirt trug Heike strahlend ins Ziel. Dazu schrieb Rainer mehr garniert mit vielen Fotos von Palma im Marathon-Fieber im 2go2-Mallorca Blog: Gut gelaufen auf Mallorca - #261wm

An dieser Stelle nochmals ein grosses DANKESCHÖN & herzlichen Glückwunsch für den tollen Lauf an Heike!

Wie wir unsere Rayaworx-Schablone weiter nutzen, das erzählen wir Dir ein anderes Mal im Blog.

¡Hasta luego!

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Coworking & Schule

Im Februar hatten wir unseren ersten Schulpraktikanten im Space. Danach stellten wir uns einige Fragen. Wie können wir als Coworker und Coworking Spaces helfen, für Schülerinnen und Schülern die Zukunft der Arbeit erlebbar zu machen? Wie können wir sie dabei unterstützen, moderne Fertigkeiten zu lernen? Oder sind Coworking Spaces gar nicht als Ansprechpartner passend aufgestellt?

Diese Fragen bewegten mich auf der Cowork2016 in Hamburg die Diskussionsrunde Coworking & Schule anzubieten. Bei der Session-Vorstellung war das Interesse da, letztlich waren wir ein kleiner Kreis, der sich dem Thema widmete. Eine Teilnehmerin gab eine Anregung in die Gruppe und verabschiedete sich dann in eine parallele Session. Das ist Barcamp: Du hast die (Qual/)Wahl zwischen gleichzeitig stattfindenden Sessions. Und manchmal möchtest Du Dich am liebsten vervielfachen. Daher ist es auch gut, vorzufühlen, wie das Thema behandelt wird um zu entscheiden, ob der eigene Beitrag einfach "abgeladen" werden kann als Aspekt oder ob es wichtig ist dabei zu bleiben.

Aufbruch in neue Berufswelten

Ausgehend vom rasant voranschreitenden Wechsel unserer Arbeitswelt, stellt sich mehr denn je die Frage, wie Schülerinnen und Schüler ein modernes Bild ihrer zukünftigen beruflichen Wirkstätten erhalten. Wo wird ihnen das geforderte unternehmerische Denken (Entrepreneurship) vorgeführt? Die Kluft zwischen Schule und Berufswelt ist nach wie vor riesig. Lehrkräfte können selten Hilfestellung bieten.

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Sowohl der Coworking Space weXelwirken als wir hier bei Rayaworx machten Erfahrungen mit einem Schüler als Praktikanten. In beiden Fällen war der Schüler auf uns zugegangen. Sowohl die Hosts als auch die Schüler werteten das Praktikum als eine positive Erfahrung. Wo kann man sonst geballt so viel über New Work und vernetztes Arbeiten erfahren als in einem Coworking Space? 

Jedoch: Ein individuelles Schulpraktikum bedeutet Aufwand, der auch in Wiederholungen nicht geringer wird. Obwohl wir in beiden Fällen die Schüler jeweils ihre Inhalte erarbeiten liessen statt sie zu "unterrichten". Nicht zuletzt haben wir Coworker, die nicht immer darauf erpicht sind, den hospitierenden Schülerinnen und Schüler ihre Jobs zu erklären.

An die Lehrerinnen und Lehrer denken

Wir diskutierten in der Session über Multiplikatoren und stellten fest, dass es die Lehrkräfte sind, über die Schüler von dem Wissen um neue Berufsformen profitieren können. Dazu können wir Events entwickeln, um Lehrkräften eine gewisse Nachhilfe von unserer Seite anzubieten. Wesentlich besser gefiel uns in der Diskussion die Idee und Erfahrung bei wexelwirken, dass Lehrkräfte den Coworking Space in ihren fachlichen Alltag einbauen. Statt stetes Schwimmen in ihrer Filter-Bubble Lehrer-Cholerikum (mein Freudscher Versprecher statt Kollegium) tauchen sie tageweise in das Ökosystem Coworking Space ein.

Im Coworking Space können Lehrkräfte ihren Unterricht vorbereiten oder Klausuren korrigieren. Sie tauschen sich im Space mit Menschen anderer Berufe und Branche aus. Und räumen nebenbei mit der Einschätzung auf, Lehrkräfte hätten ja immer frei sobald die Schule aus ist. Durch den engeren Kontakt mit den Lehrkräften entstehen sicherlich neue Begegnungsformate mit jungen Menschen im Space.

Noch ein Nebeneffekt: Vorbei wären lästige Arbeitszimmer-Diskussionen mit dem Finanzamt, denn ein Coworking Space ist eine Arbeitsstätte.

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Mögliche Kooperations-Partner

Im Münchner Coworking Space combinat56 finden regelmässig samstags Workshops für Kinder und Jugendliche von CoderDojo statt. Hier lernen sie zu programmieren und gemeinsam am Computer zu arbeiten. Ein weiteres spannendes Format sind die Veranstaltungen von Jugend hackt - mit Code die Welt verbessern, wie ein Session-Teilnehmer anmerkte. Auf deren Website findest Du jetzt sogar ein Handbuch für die Veranstaltung von Jugend-Hackathons, in dem die Veranstalter ihre Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt zur Verfügung stellen.

Wer einen Maker-Space hat, kann mit der Kunst-AG einer Schule kooperieren. Und wenn der Maker-Space oder das FabLab in der Nähe ist, dann ladet jemanden samt 3D-Drucker zu euch für eure Coworker und interessierte Jugendliche ein.

Last but not least: Es gibt in vielen Städten Veranstaltungen rund um die Girls'Day / Boys'Day im April. Hier können wir uns als Coworking Space beteiligen und aufzeigen, wie interessant und vielfältig das Leben von Selbständigen oder Startups neben der traditionellen Festanstellung im Unternehmen ist.

coworking schule jugendliche

Was möchten wir von Jugendlichen lernen?

Die Session machte uns klar, wie sinnvoll es ist, dass wir als Coworker oder Coworking Host Kontakte zu diesen Organisationen knüpfen und ihre Arbeit mit Räumen unterstützen. Eine Verzahnung mit den lokalen Coworkern sollten wir dabei immer im Auge behalten. Beim Schulpraktikum berichteten unsere Coworker, sie fanden den Einblick in die multimediale Nutzung von Jugendlichen, die nicht ihre Kinder sind, sehr spannend. Unter Deinen Coworkern kann also durchaus Interesse bestehen die Schülerinnen/Schüler-Sicht kennenzulernen – für die App-Programmierung, für Podcasts, Videos etc.,  Oder wir lassen uns Social Media-Kanäle vorstellen, die wir (noch) nicht nutzen.

Dazu könnte ein Brainstorming mit der Community entwickeln, was wir gerne von Jugendlichen lernen wollen. Und dann entsprechend eine Kooperation angehen.

Was bringt die Verknüpfung Coworking & Schule

Vorteile für Lehrende:

  • Anschluss an digitale Zukunft und moderne Berufswelt
  • Austausch mit Menschen ausserhalb der Lehr-Bubble
  • Absetzbare Kosten für Arbeitszimmer
  • Workshop-Raum für Projekte der Schülerinnen und Schüler
  • Inspiration für Unterrichtsthemen und Projekte

Vorteile für Schülerinnen und Schüler:

  • Erfahrungen mit moderner Berufswelt
  • Perspektive Selbständigkeit
  • Fertigkeiten in modernen Anwendungen wie Programmieren oder App-Entwicklung

Vorteile für Coworking Space:

  • Neue Zielgruppe Lehrkräfte für Coworking
  • Mehrwert für Coworking Community
  • Nachwuchs-Förderung
  • Image und Bekanntheit

Vorteile für Coworker:

  • Neue Kollegen aus dem schulischen Umfeld
  • Einblick in Jugend-Welten bei Austausch mit Schülerinnen und Schülern
  • Seismograph für Medien, die in Zukunft bedeutsam werden
  • Interessante Events, eventuell auch für den eigenen Nachwuchs

Vielen Dank an die kleine aber feine Session-Gruppe Coworking & Schule auf der Cowork2016!

Was sind Deine Erfahrungen von Coworking und Berührungspunkten mit Lehrkräften, Schülerinnen & Schülern?

rayaworx cowork coworking konferenz

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work is not a job - Was Arbeit ist entscheidest Du!

Future of Work Serie :1:

Freiheit - ein großes Wort. Und seit einiger Zeit mit der klassischen Erwerbsarbeit in Konflikt. Bücher, Blogposts, Diskussionen, Konferenzen und noch anderes zum Thema "Future of Work" sind beliebt und heiss diskutiert. Und immer wieder geht es um Freiheit der Gestaltung meiner Arbeitswelt.

Als nun letzten Monat auch mein Lieblingswirtschaftsmagazin brand eins mit dem Titel "Mach Dein Ding - Schwerpunkt: Befreiung" aufmachte, war das für mich der Startschuss für die lang geplante Blogserie zum Thema "Future of Work". Den Anfang macht eine Besprechung des Buches "work is not a job" von Catharina Bruns.

work is not a job buchtitel

Warum gerade dieses Buch? 

Persönlich fiel und fällt es mir schwer meinen Arbeitsrythmus nach einem festen Tagesablauf oder einer Uhr zu gestalten und vor allem für größere, gerne unpersönliche Organisationen auszurichten. Ich bin richtig gut darin mich in Problemen oder Herausforderungen, die mich interessieren, bis zur Lösung zu verbeissen und zu fokussieren. Ich löse gerne Probleme – auf meine Art und zu meiner Zeit. Auf der anderen Seite machen mir Routineaufgaben ohne den Charme des Problemlösens keinen Spass. Dafür gibt es Computer oder Roboter. Und da sind wir auch schon mitten im Buch.

Das workisnotajob Manifesto

Catharina ist die Autorin des workisnotajob Manifesto, das in 13 Statements auf einer Seite übersichtlich zusammenfasst, wie sich die persönliche Arbeitswelt gestalten kann (siehe auch workisnotajob.com/de/about). Das Buch führt nun durch diese 13 Aussagen und liefert zu jeder eine Menge Anregung. Mit gut 230 Seiten ist es zwar gar nicht so umfangreich, es hat trotzdem einige Zeit gedauert, bis ich es durch hatte.

Das liegt vor allem daran, dass quasi auf jeder Seite soviele Auslöser für mein Gehirnkino lagen, dass permanent Hochbetrieb im Oberstübchen war, und ich mit Nachdenken über die Aussagen beschäftigt war. Oft musste ich auch gleich etwas tun, wie etwa meine Sprecher-Trainings Unterlagen wieder durcharbeiten, weil ich ja Podcasten will. Und Videos machen. Und Mac Trainings Workshops erarbeiten … mit Onlinekursen und und und.

Du siehst schon: Das Buch zeigt Wirkung. Die Autorin schafft es durch Offenheit und direkte Ansprache mit einfachen Sätzen die Leserschaft davon zu überzeugen, dass jeder das kann. Ähh, Moment mal, was kann?

Na, alles was ich will!

Ich muss mir nur darüber klar werden, was ich will. Nicht was die anderen wollen oder was die Gesellschaft von mir verlangt und auch nicht, was ich NICHT will – sondern vielmehr was mich im Kern antreibt und glücklich macht.

Das beschreibt der zweite Teil des Buches mit dem Titel "Revolution beginnt im Herzen". Im ersten geht es mehr oder weniger darum, sich über die Arbeit und unsere klassische Arbeitswelt als solches klar zu werden und einige Bremsklötze und Sperren für den eigenen Denkprozess aus dem Weg zu räumen -> Arbeit neu Denken.

work is not a job manifesto

Und das ist auch schon die Kernaussage, wenn es sowas gibt, von Catharinas Buch. Arbeite in einem Bereich, der Dich interessiert und sei mit dem Herzen dabei und Du wirst ein glücklicheres Leben führen. Nein, das hat nichts mit Rosamunde Pilcher oder ein ähnlichen Kalibern herz- und hirnerweichender Literatur zu tun, sondern ist eine einfache Formulierung für eine komplexe Lösung.

Wir haben alle Möglichkeiten in unserer Zeit und Gesellschaft – Das Wissen, die Technik, die Medien, die Leidenschaft, die Zeit ... wir müssen sie nur nutzen. 

Meine 3 wichtigsten Passagen in work is not a job

Sein Leben und vor allem seine Arbeit neu zu gestalten ist ein komplexer Vorgang. Schnell fühlen wir uns dabei überfordert. Folgende Passagen haben mich am meisten und am längsten beschäftigt:

1. Wie finde ich raus, was mich begeistert bzw. was mich antreibt? Und warum habe ich aufgehört das zu tun?

Ersteres kann man sich leicht mit einem Blick in die Kindheit beantworten: Was habe ich als Kind als liebstes gespielt / gemacht? Meist haben wir als Kinder einfach unseren Neigungen und Talenten nachgegeben und hier liegt dann auch der Schlüssel, zu dem, was uns glücklicher machen kann. Die zweite Frage ist dann deutlich schwieriger zu beantworten – aber die Kernfrage, die zu beantworten ist, denn erst wenn ich weiss, was mich blockiert, kann ich daran gehen, diese Blockaden aus dem Weg zu räumen.

Für mich, als Sohn eines Automechanikermeisters, war es schon immer faszinierend und erfüllend Dinge zu reparieren und damit anderen ein Stück weit zu helfen. Und wenn ich so drüber nachdenke, mache ich das auch schon fast mein ganzes Berufsleben lang – nur halt in der IT. Mit Software und nicht mehr mit Autos wie mein Vater. Denn Computer haben mich fasziniert seit es sie gibt, konkret seit es Heimcomputer gab (mein erster war ein Commodore VC-20).

Aber ebenso tat ich mich auch schon immer schwer nach "Befehlen" anderer zu handeln – speziell in der Schule ist das ziemlich herausfordernd. Das wird aber nicht unbedingt besser im späteren Berufsleben. Ich hatte nun das Glück immer wieder für kleine aber schnell wachsende Firmen, am liebsten Startups, arbeiten zu dürfen – hier änderte sich so viel so schnell und es gab immer etwas zu reparieren. Aber vor allem gibt es zu Anfang wenig vorgegebene Lösungen und dafür viel Freiraum. Das änderte sich dann innerhalb von 3-4 Jahren, das Korsett wurde stets enger, die Kultur geschlossener, die Vorgaben härter. Dann fing ich meist an mich unwohl zu fühlen. 

2. Wie finde ich den Mut aus der scheinbaren Sicherheit des regulären Jobs auszubrechen?

An das Unwohl-Fühlen schloss sich dann auch schnell das erweiterte Ausstrecken der Fühler an. Ich nutzte intensiver und aufmerksamer Netzwerke wie LinkedIn oder Xing. Und eine kleine Statusänderung ("Offen für Neues") brachte sofort ein paar interessante Mails in die Inbox. Das zeigte mir über die Jahre, dass mein Know-how gesucht ist. Dass ich gesucht bin; dass ich etwas kann, was andere brauchen und wollen.

Allerdings waren es immer Festanstellungen nach altem Vorbild. Meine Eltern waren seit ich sie kannte selbstständig, und auch Doris ist schon länger außerhalb der Festanstellung unterwegs; deshalb weiss ich sehr gut, was die Selbstständigkeit bedeutet. Unser Entscheidung Rayaworx auf Mallorca aufzumachen brauchte also von meiner Seite gehörig Mut, um nicht nur die scheinbar sichere Festanstellung aufzugeben sondern auch noch in eine fremde Kultur fernab der Heimat einzutauchen. Etwas Neues zu schaffen, das es noch nicht gibt (Coworking & Ferien).

create the things you wish existed

Der Mut kam dann im Gesrpäch mit Kollegen und Vorgesetzten, bzw. dem Vorstand meiner alten Firma – alle waren positiv und sehr kooperativ, was die Gestaltung meiner Zukunft anging. Gemeinsam haben wir dann ein Szenario entworfen und Realität werden lassen. Jetzt mache ich immer noch sehr viel von dem, was ich vorher gemacht habe, weil es mir auch Spass macht, nur zu meinen eigenen Bedingungen. Und es ist viel Freiraum für die Dinge, die bisher auf der Strecke geblieben sind.  

Das ist ein Beispiel, wie man den Mut bekommt, an sich selbst zu glauben und etwas zu verändern. Aber Catharina findet hier noch sehr viel mehr Beispiele und Anregungen, um die Mutquellen zu öffnen. Am besten bringt es wohl die Überschrift das zweiten Teils des Buches auf den Punkt: Revolution beginnt im Herzen.

3. Nimm Dein Talent und vertraue ihm

Jeder von uns kann etwas richtig gut; etwas das Erfüllung und Begeisterung bringt. Und wenn ich etwas mit Begeisterung mache, dann kann dieser Funke auch auf andere überspringen. Create the things you wish existed - warte nicht auf das, was Du willst. Wenn es das noch nicht gibt – kreiere es. In unserem Fall ist das ein Coworking Space auf Mallorca hauptsächlich für Teilzeitresidenten und reisefreudige Wissensarbeiter, aber nicht nur :)

Fazit: Entdecke und nutze die Möglichkeiten

Wenn Du auf der Suche nach dem Sinn der Arbeit bist oder auch nur unglücklich über Deine aktuelle Situation in Deinem Job, dann kann ich Dir dieses Buch wärmstens empfehlen. Die Empfehlung gilt genauso, wenn Du zwischendurch Anregungen oder Tipps benötigst oder einfach nur ein bisschen Aufmunterung und eine Erinnerung, brauchst, wenn Du Deine eigenen Wege gehst. Es lohnt sich immer mal wieder ein wenig in work is not a job zu blättern.

Getreu der "Warnung" auf der Buchrückseite: "Dies ist kein Ratgeber. Es ist ein Buch, das Denkanstösse für eine neue Haltung zur Arbeit liefert."

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Rainer

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