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Zukunft Coworking? Vielfältig...

coworking europe conference #cwe16Gefühlt war ich "eben" erst auf der Coworking Europe Conference 2016 – und doch steht bereits die Coworking Konferenz/Barcamp der deutschsprachigen Coworking-Szene vor der Tür. Dieses Mal findet die Cowork2017 in Leipzig statt (s.u.). Auf jeden Fall ein guter Zeitpunkt das letzte grosse Coworking Netzwerk-Treffen und die diskutierten Entwicklungen Revue passieren zu lassen.

Was treibt einen im November nach Brüssel? Neben dem schönen, sehr kreativ beleuchteten und unglaublich kalorienreichen Weihnachtsmarkt kann das nur die Coworking Europe Conference sein, die zum jährlichen Klassentreffen lud. Wenig Überraschendes im Programm, dafür viele altbekannte Gesichter und wieder einmal mehr Gäste aus fernen Landen als im Jahr davor. Ja, Coworking ist eine internationale Bewegung.

State of Coworking

Wie von den Konferenzen der letzten Jahre gewohnt stellte Carsten Foertsch die ersten Ergebnisse der grossen Coworking Survey von deskMag vor. Coworking ist nach wie vor ein ungebrochener Trend weltweit. Die Details lest ihr am besten selber nach*:

Die ermittelten Trends bestätigten sodann die Vorträge mit konkreten Beispielen. So entdeckt Asien das Coworking (nicht nur) für abenteuerlustige EuropäerInnen mit schmalem Geldbeutel; in China wird daraus eine richtige Industrie. Coworking ist zu einem Wirtschaftsfaktor geworden, der die Grossen der Immobilienbranche auf den Plan gerufen hat, ebenso Stadtplaner und Wirtschaftsfachleute. Unbelebte Stadtviertel sollen belebt und aufgeWERTet werden, und das am besten nach einem Masterplan. Häufig ohne dass vom ursprünglichen Coworking-Gedanken etwas übrig bleibt.

Auf der Konferenz lernte ich zwei spannende Initiativen kennen:

  • Molengeek, ein Coworking Space im Brüsseler Molenbeek-Viertel, das nicht den allerbesten Ruf hat. Hier entstand aus der wirtschaftlichen Not und dem Drang etwas machen zu wollen ein kleiner Inkubator für Jugendliche, die mit Hilfe der Informationstechnik etwas aus ihrem Leben machen wollen. Ja, ich spreche von Programmierern :-)
  • Das Darwin Projekt in Bordeaux hat in einem runtergekommenen Stadtviertel einen alten Militärkomplex Schritt für Schritt in eine Begegnungsstätte und beruflichen Startpunkt für Junge und Alte verwandelt.

Die beiden Projekte schafften das übrigens ohne grosse staatliche Hilfen oder Investoren! Ihren Erfolg verdanken sie ihren jeweiligen Communities. Wenn es gelingt eine Gemeinschaft zu stiften, die sich für etwas engagiert und daran zusammen arbeitet, entsteht daraus etwas Solides.

MolenGeek coworking europe conference Darwin Bordeaux coworking europe conference

Diese Art von Community ist es auch, die die meisten TeilnehmerInnen der Coworking Europe Conference voran bringen wollen. Dazu wurde dann in Panels und Masterclasses entsprechend diskutiert, bzw. konkrete Anleitungen und Beispiele gegeben.

Das Übergewicht kommerzieller Botschaften im Konferenzprogramm wurde im Publikum viel diskutiert. Ich will das hier nicht alles wiederholen, da Alex Hillman dies wunderbar in zwei Podcastfolgen zusammengefasst hat:The Survivor's Guide to Coworking Europe Brussels - Part 1 & Part 2 (gut verständliches Englisch).

Session digitale Kompetenz

Etdigital competence session coworking europewas unkonventionell für eine Unkonferenz wurden die Sessions ohne Kurzvorstellung oder Interesse-Abfrage in einen Plan gepinnt. So liefen wie leider aus den Jahren zuvor gewohnt einige interessante Sessions gleichzeitig. Immerhin war die Akustik besser, so dass wir ohne Schreien diskutieren konnten.

Für den Gedankenaustausch zum Thema “Wie kann man die digitale Kompetenz der Jugend erhöhen?” bot ich eine Session an. Wir sammelten ein Flipchart voll mit Ideen und Erfahrungen der circa 20 TeilnehmerInnen. Daraus ein paar Aspekte zum Nachmachen:

Programmieren ist nicht nur meiner Meinung nach ein essentieller Skill der nächsten Generationen. Wie weckt man also Interesse und bedient dieses dann auch im Coworking Space? Ein Space bot kurze wöchentliche Lectures zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Digitalisierung und Programmieren an. Inzwischen laufen diese Lectures als Webinare bzw. YouTube-Videos.

In einem anderen Space stellen sich regelmässig Coworker als menschliche Knowledge Base für Fragen von Kids zur Verfügung. Zu bestimmten Zeiten waren SpezialistInnen für JavaScript, PHP oder ähnlichen Sprachen im Space, die ausgequetscht werden durften.

Wichtig ist auf alle Fälle die Eltern und die LehrerInnen mit ins Boot zu holen. Dazu hilft es die Jobmöglichkeiten in Digitalien aufzuzeigen. Nicht nur unserer Meinung nach liegt hier der grösste Teil der zukünftigen Jobs.

session digitale kompetenz coworking europe conferenceAls Krönung kann man mit Hackathons oder Coding Competitions für ein konkretes Projekt einen hohen Anreiz schaffen. Im Idealfall verhilft das gleichzeitig jemanden zu einer neuen Website oder einer mobilen App. Nichts motiviert mehr, als wirklich etwas Sinnvolles zu schaffen und es dann auch im Einsatz zu erleben.

Sehr spannend diese Idee eines Coworking Spaces: die Homework-Hour. Die Kids kommen zum Hausaufgaben-Machen in den Space. Coworker erkären sich jeweils bereit eine einfache Aufsichtsrolle zu übernehmen, damit die SchülerInnen ein wenig mehr Motivation zu konzentriertem Arbeiten haben.

Vielen Dank an dieser Stellen allen, die ihre Erfahrungen und Ideen in die Session mit eingebracht haben! Ihr dürft gespannt sein, was wir davon mit Rayaworx umsetzen ... Hackathon klingt schon mal spannend.

Wohin geht die Coworking Reise?

Über alle Gespräche hinweg waren sich die Teilnehmenden einig: Coworking ist ein wichtiger Baustein der Zukunft der Arbeit – und schon heute nutzbar. Coworking ist dabei sich mehr und mehr zu diversifizieren. Wir sehen gerade quasi mal die Spitze des Eisbergs. Und ja, es wird nicht immer viel Coworking Spirit enthalten sein, nur weil es über dem Eingang steht.

Coworker müssen genau hinschauen, wie viel der Coworking Prinzipien – Offenheit, leichte Zugänglichkeit, Collaboration, Community, Nachhaltigkeit – jeweils anzutreffen ist. Daher sind wir Coworking Enthusiasten oder Coworking Hosts weiterhin berufen, diese Prinzipien und Coworking zu erklären, mit Leben zu füllen. Darüber hinaus obliegt es den Coworkern zu definieren, was ihnen wichtig ist, wie sie ihre eigene Form des Arbeitens gestalten und entwickeln wollen.

cowork2017 coworking konferenz barcamp

Einen prima Ansatzpunkt dazu bieten die öffentlichen Netzwerk-Treffen der German Coworking Federation. Und auf der jährlichen Cowork • Coworking Konferenz & Barcamp gibt es zahlreiche Impulse, Informations- und Vernetzungs-Angebote (Konferenz-Hashtag #cowork2017).

Die Cowork2017 findet 31. März bis 2. April 2017
im Basislager Coworking Leipzig sowie Social Impact Lab Leipzig statt.

Von Rayaworx könnt ihr dort übrigens Doris antreffen.

Sonnige Grüsse,
Rainer

PS: Linkfutter zur Coworking Europe Conference – A review by Sun & Co. sowie Coworking Europe 2016 Coverage Social Media (Konferenz-Hashtag #cwe16)

* Carsten stellt auf der Cowork2017 die finalen Ergebnisse mit besonderem Blick auf die deutschsprachige Coworking Szene vor.

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Rainer • Dieser Beitrag Zukunft Coworking? Vielfältig... erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu; Fotos: Rayaworx sowie German Coworking Federation (Banner)

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Event Preview February / Eventvorschau Februar

<english; für deutschsprachigen Text bitte scrollen>

February at Rayaworx

February, 1st 10:30am MAKE sth NEW
5pm CRAFTWORX – ¡be creative!

February, 6th #coworkingMonday
5:30pm Social Media Q&A with Doris

Upcoming events at Rayaworx

March, 6th; April, 3rd  #coworkingMonday

CoworkingMonday Specials Voice & Breathing with Nicole, SEO Q&A with Anja

Every wednesday:
10:30 NEUES MACHEN
17:00 CRAFTWORX – ¡be creative!

rayaworx Santanyí Mallorca

<deutsch>

Februar im Rayaworx

1. Februar 10:30 NEUES MACHEN
17:00 CRAFTWORX – ¡be creative!

6. Februar #coworkingMonday
17:00 Social Media Q&A mit Doris

8. Februar 10:30 NEUES MACHEN
17:00 CRAFTWORX – ¡be creative!

15. Februar 10:30 NEUES MACHEN
17:00 CRAFTWORX – ¡be creative!

22. Februar 10:30 NEUES MACHEN
17:00 CRAFTWORX – ¡be creative!

Vorschau auf Events im Rayaworx

6. März; 3. April #coworkingMonday

Specials mit Know-how-Sharing zum CoworkingMonday Atem & Stimme mit Nicole, SEO Q&A - Suchmaschinenoptimierung mit Anja

Jeden Mittwoch:
10:30 NEUES MACHEN
17:00 CRAFTWORX – ¡be creative!

 

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Arbeite wo Du willst - CoworkingMonday erschien zuerst im Blog Rayworx.eu

 

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Hola 2017...

hola 2017 rayaworx

(scroll for English text)

Adéu 2016 – Hola 2017 steht auf den Scheiben am Coworking Space. Wir wünschen euch allen ein gutes neues Jahr! Zum Start waren wir bereits kreativ und trafen uns mit einigen Menschen zum Intuitiven Malen auf einer Finca im Norden von Santanyí.

Kreativ ging auch der Dezember zuende mit dem wunderschönen Mandala-Adventskalender. #24Mandalas wurden von Coworkern ausgemalt - ein sehr dekoratives Element im Space!

Apropos kreativ: Auch dieses Jahr geht es wieder sehr kreativ rund um Rayaworx zu. Zu dem regelmässigen Termin am Mittwochmorgen "NEUES MACHEN" gesellte sich das Treffen am späten Nachmittag "Creative Worx". Dort lassen wir den Tag ausklingen bei gemeinschaftlichem Werkeln: Häkeln, Stricken, Nähen, Weben, Malen, Scherenschnitte...

Apropos Scherenschnitte: Hier auf Mallorca ist es eine Tradition, weisse runde Scherenschnitte genannt Neules in die Fenster sowie die Kirchen zu hängen. Da hat Sabine wirklich Meisterhände! Sie verzierte unsere Fenster u.a. mit Star Wars-Scherenschnitten sowie dem kleinen Eselsbrunnen in unserer Strasse. Dankeschön!

neules mallorca santanyi rayaworx

(ENGLISH)

Adéu 2016 - Hola 2017 is written on the windows at our Coworking Space. We wish you all a Happy New Year! We started already with lots of creativity and met with some people for intuitive painting on a finca in the north of Santanyí.

Last December ended creatively with the beautiful Mandala advent calendar. #24Mandalas were painted by coworkers – a very decorative element in our space!

Speaking of creativity: This year will be again very creative around Rayaworx. The meeting in the late afternoon "Creative Worx" joined the regular meeting of Wednesday's morning "MAKING NEW / NEW MAKING". At Creative Worx we let the day end with our collaborative work: crocheting, knitting, sewing, weaving, painting, paper cutting ...

Speaking of paper cuts: Here on Mallorca it is a tradition to hang white round paper cuts called Neules in the windows as well as in the churches. Sabine really has magic hands! She decorated our windows e.g. with R2D2 cuts and the small fountain in our road. Thank You!

24mandalas rayaworx advent

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Hola 2017... erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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Space Log :: 24 Mandalas

Was ist das Schöne an Dezember: Genau - der Advenstkalender. Jeden Tag ein Türchen, jeden Tag ein Stückchen Schokolade. Und passend zu Coworking, Teamwork und Kreativität gestalten wir dieses Jahr 24 Mandalas.

mandala adventskalender rayaworx

Letztes Jahr haben die Rayaworx Coworker den #24doodles Adventskalender mit ihren Doodles zusammen entstehen lassen. Dieses Jahr – voll im Colouring Book-Trend – sind es Mandalas, die jeden Tag in vielen Blautönen ausgemalt werden.

blaue stifte 24mandalas

Mit Treibholzoptik als Aufhängung fügt sich der Adventskalender perfekt in unser Strandthema im Space. Zum Teil wurde der Kalender heute erst mal gar nicht wahrgenommen, so perfekt passt er hinein. In jedem angehängten Umschlag stecken ein Mandala zum Ausmalen sowie eine Süssigkeit. Ab und zu finden Coworker darin zusätzlich ein Lotterie-Los der Jugendgruppe in der Musikschule Santanyí. 

mandalas rayaworx

  • Coworker oder Menschen aus unserer Coworking Community im Space knobeln jeden Tag darum, wer das Tütchen des Tages öffnen darf
  • In jedem Umschlag stecken eine Ausmalvorlage und Schokolade (und ab und zu ein Lotterie-Los der lokalen Musikschule)
  • Der Kakao beflügelt die Kreativität, mit der das Mandala ausgemalt und wieder an den Kalender gehängt wird
  • Auf der Rückseite des ausgemalten Musters notiert jede/r den Namen, denn:
  • Am Ende verlosen wir unter allen Coworkern, die mitgemacht haben, eine Überraschung

xmas decoration

Ach ja, für jede Adventswoche haben wir eine lustige Idee aus dem Internet aufgegriffen: 

 advent kerzen

Und, was macht ihr in eurem Coworking Space zur Adventszeit?

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Fotos: DoSchu / rayaworx.eu

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RaynaCast 03 - Wir müssen reden

Wer redet hat eine Zukunft

Im Podcast wird geredet, dafür ist er da. In der Folge 03 von RaynaCast fordere ich allerdings auf, dass wir ALLE mehr reden. Konkret heisst das: Wir brauchen mehr Kommunikation um das Wissenszeitalter angemessen und erfolgreich zu beginnen.

raynacast wir müssen reden - Kommunikation - podcast from mallorca

Seit fast 200 Jahren gilt für die industrielle Produktion die Maxime: Oben denken, unten tun – Ideen werden in der oberen Führung geboren, in der mittleren Ebene geplant und an der Basis der Pyramide umgesetzt. Ein bisschen mehr Info findet ihr in Planlos Agil, einem Blogbeitrag von Lars Rückemann im codecentric Blog (siehe Links zur Podcast-Folge).

Für die industrielle Produktion, die auf hohen Durchsatz und Schnelligkeit in der Fertigung setzt, ist das auch super. Als einfache/r Arbeiter/inn habe ich keine grosse Verantwortung, ich führe Schritte aus, die ich relativ einfach erlernen kann und bekomme dafür Geld. Wenn eine Tätigkeit in mehrere einfache Schritte aufgeteilt wird, die von mehreren Personen durchgeführt werden, dann ist das wesentlich schneller, als wenn eine Person alle diese Schritte alleine ausführt – selbst wenn viele das parallel machen.

Das Planungsmanagement hat dadurch auch einfache und effektive Kontrolle bzw. Steuerungsmöglichkeiten. Das Stichwort hierzu lautet Prozess: eine genaue Beschreibung eines Ablaufs mit allen auszuführenden Schritten und Verzweigungen (Wenn-Dann-Senarien), um ein bestimmtes Ergebnis, z.B. ein fertiges Auto, zu erreichen. Im Prinzip also eine Programmierung, ein Algorithmus – siehe RaynaCast 2 - Programmieren lernen ist Pflicht.

Digitalisierung & Automatisierung = Digimatisierung

In den letzten Jahrzehnten sind unzählige solcher Prozesse in allen nur erdenklichen Bereichen definiert worden – den vielen BWL'ern und Unternehmensberatungen sei Dank. Wenn so ein Prozess also schon besteht, ist es nur ein kleiner Schritt diesen auch von Automaten, Maschinen und Robotern statt von Menschen ausführen zu lassen. Oftmals ist genau das mit der Digitalisierung gemeint, die momentan so oft beschworen wird. Und ich finde das grundsätzlich gut.

Persönlich mag ich keine Routinearbeiten und löse entweder lieber Probleme bzw. mache etwas ganz Neues, was ja in der Regel auch eine Problemlösung ist. Die täglich wiederkehrenden Murmeltier-Arbeiten hingegen können gerne Maschine oder Apps übernehmen. Die Maschinen helfen uns also interessantere und damit vor allem erfüllendere Jobs zu bekommen. Dafür müssen wir aber noch etwas tun, was uns ebenso durch digitale Technologien erleichtert wird.

Wir müssen miteinander reden

Und zwar vor allem, weil die Prozesse immer noch nur so gut sind, wie es die Planer und Planerinnen vorgedacht haben. Wenn also eine Situation auftritt, für die es im Prozess keine Regel gibt, dann schreit die Maschine um Hilfe bzw. ruft eine Ausnahme aus und die Menschen müssen wieder ran.

Dann muss die Situation bewertet und eine Lösung gefunden werden. Oft tritt so eine Ausnahme an den Übergängen zwischen verschiedenen Abteilungen auf und dann hilft oftmals ein Gespräch. Wenn es aber dumm läuft, gibt es dafür auch einen Prozess, der genau vorgibt, wie nun weiter vorgegangen werden muss. Eine direkte Kommunikation wird dabei gerne verhindert und gegen die trügerische Sicherheit des erprobten Prozesses getauscht.

Und da sind wir bei dem Problem der grossen, gewachsenen Organisationen: Aufgrund der vielen Planungen und Prozesse findet recht wenig richtige Kommunikation statt und Änderungen im Prozess gehen einen langen Weg, bis sie durchgeführt werden. In einem immer schneller agierenden Marktumfeld ist das aber eine sehr schlechte Umgebung für eine erfolgreiche Zukunft. Und frustrierend für die Mitarbeiter ist es auch.

Anders sieht es in Startups aus: Hier gibt es kaum Prozesse dafür aber viel direkte und schnelle Kommunikation und eine enge Verbindung zum Kunden oder zum Endanwender. Neues entsteht durch Reden und Feedback; wenn etwas nicht passt, dann wird es schnell geändert, ohne dass ein riesiges Rad gedreht werden muss. Ein wichtiger Teil der Motivation von Startups hängt auch damit zusammen, dass die MitarbeiterInnen sehen, was sie produzieren. Ich kann zu dem Thema den Beitrag The meaning of Work des TED Radio Hour Podcast sehr empfehlen (siehe Links zur Podcast-Folge).

Aus diesem Grund schaffen gerade viele Grossunternehmen Platz für neue innovative Unternehmen bei sich oder in ihrem direkten Umfeld. Inkubatoren, Coworking Spaces und Hubs für Startups von der Telekom, von Volkswagen und anderen sind entstanden, welche jungen, innovativen Menschen eine Chance geben, günstige Bürofläche bzw. Arbeitsumgebungen zu bekommen.

Das Dilemma

Die grossen, starren Firmen bekommen dann quasi als Gegenleistung einen Einblick oder besser eine Idee davon, wie Innovation funktionieren kann. Oder sie lassen gleich neue Technologien für sich selbst dort entwicklen, da es intern nicht schnell genug klappt.

Aber was können sie nun tun? Die Art und Weise wie beide Welten funktionieren ist genau gegensätzlich: Auf der einen Seite haben ich viele Prozesse und einen genau geregelten Ablauf mit sehr wenig Kommunikation und auf der anderen Seite einen fast endlosen Kommunikationsstrom mit sehr wenigen Prozessen.

Einige Firmen haben auch angefangen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben in Coworking Spaces in der Nähe ihrer Wohnung zu arbeiten. Zum einen müssen sie dann nicht Stunden in Auto oder Bahn auf dem Weg zur und von der Arbeit verbringen, zum anderen sind sie dann in einer Umgebung, in der Kommunikation ‘passiert’. Auch bei uns tauschen sich die verschiedenen Coworker bei einer Tasse Kaffee miteinander aus. Selbst wenn sie beruflich gar nichts gemeinsam haben. Und oftmals kommen genau dabei vollkommen neue Ideen raus – quasi aus Zufall. Die Firmen hoffen dann, dass die Mitarbeiter helfen diese Kultur auch ins Unternehmen mitzunehmen. Was aber nicht immer klappt.

Fazit

Für mich heisst das: Für die Zukunft und vor allem die Innovation ist die Kommunikation das Entscheidende: Das Reden, der Austausch von Gedanken und Wünschen, Das ‘Auf-einander-Hören’. Auch die grossen, alteingesessenen Unternehmen haben das erkannt und versuchen im Rahmen der Möglichkeiten eine Kulturänderung herbei zu führen.

Maschinen sind prima im Auswerten von Massen an Daten und im Erkennen von Mustern. Sie sind nicht wirklich gut im Interpretieren, schon gar nicht wenn Daten einfach fehlen, also das ‘zwischen-den-Zeilen’-Gesagte. Hier liegt die Zukunft für all diejenigen, welche nun ihren langweiligen 8 Stunden Job an den abgegeben dürfen, der es einfach macht: den Roboter.

Da aber unsere Ausbildung an Schulen und Universitäten sehr prozess-orientiert geworden ist, sollten wir alle anfangen mehr miteinander zu reden. Vielleicht auch mal direkt von Ohr zu Ohr und nicht nur mittels Geräuschübertragung in WhatsApp Sprachnachrichten.

Lang geschrieben, hier gehts zum Hörerlebnis

Links zur Podcast-Folge "Wir müssen reden"

Hier noch die Links zu den erwähnten Beiträgen:

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Rainer • Dieser Beitrag RaynaCast 03 - Wir müssen reden erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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