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International Coworking Day • Open Salad Rayaworx

(EN) Coworking is collaboration, is networking, is inspiration, is sharing – best to feel at an event like Open Salad: Everybody brings along what he/she likes to add to a delicious salad, and then it's time to mix it up!

August, 9th
international Coworking Day

Let's celebrate the day with an Open Salad together!
12am-2pm

open salad international coworking day rayaworx

(DE) Coworking ist Zusammenarbeit, ist Vernetzung, ist Inspiration, ist Sharing – am besten erlebbar bei einer Veranstaltung wie Open Salad: Jeder bringt mit, was er/sie gerne zu einem leckeren Salat hinzufügen möchte, und dann ist es Zeit, zu mischen!

9. August
internationaler Coworking Day

lasst uns den Tag gemeinsam mit einem Open Salad feiern!
12-14 Uhr


Please tell us if you will be part of the Open Salad so we can plan ahead • Bitte gebt uns für die Planung kurz Bescheid, wenn ihr mit beim Open Salad dabei sein möchtet
hallo (at) rayaworx .eu // facebook.com/rayaworx

Looking forward to seeing you • Wir freuen uns auf euch,

Doris & Rainer

Über Lieblingspodcasts und Montage

Jannis Kucharz ruft zur Blogparade "Mein Lieblingspodcast" – und ja, meiner muss an meinem Montag gebloggt werden. Ausgerechnet ist es somit der letzte Tag der Blogparade, ihr müsst euch also sputen, falls ihr heute noch mitmachen möchtet.

Die Idee zur Blogparade über Lieblingspodcasts ist prima, es ist genau so wie Jannis schreibt:

"Während im Netz so ziemlich alles viral geht – Katzenvideos, Popcorn-GIFs und Trump-Tweets, ja sogar Texte für oder gegen Datenschutz – Audios tun das nicht."

Und so sammelt er mit der aktuellen Blogparade unsere Empfehlungen zu Podcasts, die es wert sind gehört zu werden.

podcast ortsunabhängig arbeiten

Reflexhaft wollte ich den Podcast RaynaCast (Soundcloud / itunes) vorschlagen – das wäre jedoch ein bisserl zu "befangen". Daher empfehle ich euch das hier für die Ohren:

I Love Mondays bzw. We Love Mondays Podcast

Ich gebe zu, nicht die Wahnsinns-Podcast-Hörerin zu sein. Aber diesen Podcast höre ich öfters, und ich finde die Botschaft im Namen prima: We Love Mondays Podcast. Denn als Jugendliche beschloss ich, ein Leben zu finden, in dem ich weder am Montag stöhne zur Arbeit zu gehen noch am Freitag das Wochenende herbeizusehnen.

"Tim Chimoy und Alex Westhuis präsentieren den We Love Mondays Podcast, live aus den Citizen Circle Studios. In der Show beleuchten die beiden ein Thema immer von mehreren Seiten. Einseitig war gestern, komm mit uns ins Citizen Circle Hochhaus und finde heraus, warum Montage (zumindest mit dem richtigen Job) eigentlich völlig normale Tage sind und warum ein digitales Business das beste Tool ist, um dir ein Leben nach deinen eigenen Regeln aufzubauen."
We Love Mondays / citizencircle (itunes)

Entdeckt habe ich den Podcast durch meine Beschäftigung mit dem Plan, einen Coworking Space im Feriengebiet zu starten. Bei den Recherchen stiess ich auf Tim Chimoy, der vor 5 Jahren (oder 66 Monaten wie Tim im Blog resümiert) vom ortsunabhängigen Arbeiten fasziniert zum digitalen Nomaden wurde. Daher hiess sein Podcast mit Tipps und Stories zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten bis vor kurzem noch I Love Mondays Podcast. Ab der 89. Folge kam im April dieses Jahres Alex Westhuis dazu, und so wurde daraus der We Love Mondays Podcast.

Für wen ist der Podcast gedacht?

Für alle, die sich damit beschäftigen, anders zu arbeiten. Die gerne von den Erfahrungen anderer auf dem Weg zur neuen Arbeit lernen wollen. Inzwischen bildet der Podcast eine wunderbare Bandbreite an Themen ab – hier mal eine Auswahl:

  • Wie Du als Freelancer an Aufträge kommst
  • Minimalismus: Wie stark reduzierst Du Dich?
  • Geschäftsideen finden und testen
  • Sich immer wieder neu erfinden
  • Warum Communities Dich weiterbringen

Dabei ist der Podcast kein reiner "Hurra"-Podcast sondern widmet sich auch möglichen Nebenwirkungen des digital Lifestyle. So thematisiert er die Burnout-Gefährdung ortsunabhängiger Entrepreneure. Oder den Stress durchs Work-Life-Blending, wenn wir tun was wir lieben, und es zu fliessenden Übergängen zwischen Privat- und Berufsleben kommt. Dazu gibt besonders die heutige Episode viele Tipps, wie wir als Solopreneure oder GründerInnen unsere Freizeiterholung nicht vernachlässigen (Psychologie für Dein Leben als Solopreneur).

Bei welcher Folge sollte man anfangen?

Eigentlich ist es egal, die Beschreibung der Podcasts auf der Website sind sehr gut erklärend. Einfach ein Thema herauspicken, das einen gerade am meisten beschäftigt. Es ergibt sich meist ein Thema aus dem anderen; und dann bekommt ihr im Abonmement ja regelmässig neues Futter.

Welche ist Deine Lieblingsfolge?

Das ist eine gar nicht so leichte Frage, lieber Jannis! Ich habe mir noch mal die Folgen durchgeschaut, und dann war es klar. Mich persönlich sprach dieser Podcast am meisten an:
I Love Mondays 062: Warum mehr Frauen gründen sollten und wie es nebenberuflich klappt.

Die Folge erschien im Juli letztes Jahr als Interview mit Meike Haagmans. Die Flugbegleiterin hat "nebenbei" einen Reiseveranstalter gegründet. Das ist ein sehr motivierendes Beispiel für alle die meinen, ja als Angestellte keine Zeit für den Aufbau eines neuen Business zu haben.

"Nach drei Jahren kann ich inzwischen sagen: alles ist machbar – wenn du es wirklich möchtest. Und genau deshalb habe ich mich entschieden, mit euch alle Erfahrungen, die ich beim nebenberuflichem Gründen gemacht habe, in diesem Blog zu teilen."
Meike Haagmans in ihrem Blog Nebenbei Durchstarten

In diesem Sinne: Traut euch durchzustarten, "nebenbei" funktioniert. Wir haben es für unser Projekt auch nicht viel anders gemacht. Die Tipps in den We Love Mondays Podcast-Folgen helfen dabei.

podcast rayaworx

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Über Lieblingspodcasts und Montage erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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"2 Años" Rayaworx Coworking Santanyí

Kommenden Mittwoch, 7. Juni, feiern wir in Santanyí zwei spannende Jahre mit vielen Erlebnissen, Kontakten und Erkenntnissen rund um die Coworking Community von Rayaworx. (scroll for English)

Es gibt Schnupper-Coworking, Besichtigung des Coworking Spaces und Podcast-Studio, Kennenlernen, ... Der Meetingraum ist dann Team Office für alle Coworker, die an dem Tag auch produktiv sein müssen.

Im Eingang zum Rayaworx machen wir Marktbesucher auf uns mit einem Glücksrad und temporären Tattoos aufmerksam. Zu gewinnen sind Gutscheine oder Give-Aways von Coworkern und lokalen Geschäften oder Marktständen, leckere Pop-Cakes, und und und. Coworking-Interessierte, Kooperations-PartnerInnen, FreundInnen und Bekannte nehmen an der Tombola teil, die unsere Coworking Community zusammen bringt – per Gutschein für spannende Dienstleistungen. Dazu verlosen wir auch beliebte Rayaworx-Devotionalien.

"2 Años" am 7. Juni 10:30-19:00. Sehen wir uns?

rayaworx coworking mallorca

On Wednesday, June 7th, we will be celebrating two exciting years in Santanyí, with lots of experiences, contacts and insights about the coworking community of Rayaworx.

You may come to try out coworking, have a look into our coworking space as well as podcast room, meet other people from our coworking community... The meeting room is going to be a team office for all coworkers, who need to be productive on the day.

At Rayaworx' entrance we will attract the local market visitors with a wheel of fortune and temporary tattoos. Prizes are vouchers or give-aways from coworkers and local shops or market stalls, delicious pop cakes, and and and. Coworking-interested folks, cooperation partners, friends and acquaintances participate in a community raffle to connect with other people in our coworking community - by voucher for exciting services. And yes, there will be popular Rayaworx memorabilia, too.

"2 Años" on June, 7th, 10:30 am to 7 pm. Are you in?

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag "2 Años" Rayaworx Coworking Santanyí erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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Vor 2 Jahren... / Two years ago...

...öffneten wir in Santanyí die Türen zum Coworking Space Rayaworx. Wir freuen uns, in den letzten zwei Jahren so viele Menschen getroffen zu haben: Für gemeinsames Schaffen, gegenseitiges Inspirieren und um die Freude am Leben auf einem wunderbaren Flecken dieser Erde zu teilen.

Herzliches Dankeschön an unsere Coworking Community!

Bitte vormerken: Am 7. Juni steigt die Feier zum 2. Jahrestag.

Coworking Hosts Rainer Doris Rayaworx Mallorca

Rainer & Doris, Rayaworx (Santanyí, Mallorca)

...we opened the doors to the Coworking Space Rayaworx in Santanyí. We are delighted to have met so many people in the last two years: For working together, mutual inspiration, and sharing the joy of living in a wonderful place on earth.

Many thanks to our coworking community!

Please note: we invite you to the celebration for the 2nd anniversary on June, 7th 2017.

flowers anniversary coworking space rayaworx

Thank you for the flowers & love!

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Vor 2 Jahren... / Two Years ago... erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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Coworkation: Was ist das, wer macht das?

Coworking ist ja für viele noch Neuland, Coworkation, also die Kombination von Coworking und Reisen, noch mehr. Wie kombinieren Menschen ihre Reiselust mit beruflicher Tätigkeit unterwegs? Was ist ihnen wichtiger: Die Location oder die Coworking Community? Samantha Wolf ist diesen und anderen Fragen nachgegangen.

Sam lernte ich auf der europäischen Coworking Konferenz kennen. Mir gefiel gleich, dass sie das Thema Coworking und Tourismus nicht nur studiert sondern auch ins Reisen und Arbeiten von Coworking Spaces aus eintauchte. Als Coworkationist war Sam unter anderem auch bei uns in Santanyí auf der Insel Mallorca. Damals wollten wir natürlich mehr wissen zu ihrer Coworkation Studie, siehe hier: Future of Work – Sam will's wissen.

Coworkationst Samantha Wolf - Coworking und Reisen

Was hat sie zu Coworking und Tourismus herausgefunden, die frischgebackene diplomierte Wirtschaftpädagogin / Master of Arts (M.A. HSG) in Management, Organisation und Kultur?* Das erzählt uns Sam jetzt im Interview.

Herzlichen Glückwunsch zum Studienabschluss, Samantha! Coworking und Tourismus hast Du in Deiner Masterarbeit betrachtet – wie passen diese beiden Welten zusammen?

Samantha: Sehr gut – wie sich herausgestellt hat. Denn immer mehr Leute können oder müssen von unterwegs arbeiten. Die Verfügbarkeit eines Ortes, von dem aus man gut arbeiten kann, wird damit wichtiger für die Entscheidung, wohin es gehen soll. Hotels, Hostels oder Coffee Shops reichen da nicht mehr aus. Einerseits bieten sie oft kein produktives Umfeld, sie lassen einen minimalen Standard an nötiger Infrastruktur vermissen. Andererseits sind sie schlicht zu unpersönlich.

Nur knapp 60 Prozent der Befragten in meiner Studie empfanden Hotels als gute Plätze zum Arbeiten auf der Reise. Bei Hostels, AirBnB-Unterkünften sowie Coffee Shops fiel der Wert noch wesentlich niedriger aus.

Hingegen empfanden 90 Prozent der Befragten Coworking Spaces als gute Arbeitsplätze unterwegs. Die Spaces bieten reisenden Unternehmern, digitalen Nomaden und generell allen, die von unterwegs noch etwas arbeiten wollen oder müssen, einen gewissen minimalen Standard. Eine Basis, um produktiv arbeiten zu können: einen Tisch, einen bequemen Stuhl, eine gute Internet-Verbindung und ein produktives, motivierendes Umfeld. Denn so können die Befragten ihre Arbeitszeit effizient nutzen und haben noch genügend Zeit für den 'vacation'-Teil im Coworkation.

Work hard play hard ist das Motto von vielen Menschen – die Kombination von Coworking und Tourismus widerspiegelt dies und den Trend zu hybriden Ferien (multipurpose holidays).

Interessante neue Begriffe, die musst Du uns erklären, ja? Welche Erkenntnisse hast Du gewonnen?

Samantha: Schwierig das zusammenzufassen. Viele. ;) Am glücklichsten war ich wohl über die Erkenntnis, dass Coworking und Tourismus tatsächlich einen Zusammenhang haben. Und dass sie für einander relevant sind. Am Anfang konnte ich mir da nämlich nicht so sicher sein – 2014 an der Coworking Europe Conference in Lissabon waren du und Rainer nämlich noch so ziemlich die Einzigen, die wissend nickten, als ich meine Idee zur Masterarbeit vorstellte.

Insofern ist die Tatsache, dass Coworkation bestens in eine Reihe genereller Tourismus-Trends einzuordnen ist wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse.

Zum Beispiel bietet Coworkation eine neue Möglichkeit zu so genannten multipurpose holidays. Das sind Ferien oder Reisen, die mehr als ein Ziel verfolgen. Eine derartige Coworkation kann zum Beispiel sein, Tauchen zu lernen und gleichzeitig mit einem eigenen Projekt endlich durchzustarten. Hybride Ferienreisen werden immer beliebter je mehr die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmen – und je weniger Zeit im Alltag für solche «side projects» bleibt.

Einen weiteren Trend greifen die Coworkation Betreiber erfolgreich auf: die so genannte 'Neo-Tribalization'. In einer Gesellschaft, in der traditionelle Orientierungsrahmen wie Religion und Familie an Bedeutung verlieren, suchen sich Menschen neue 'Sinngemeinschaften', denen sie sich freiwillig anschliessen. Das zeigt auch meine Befragung, in der viele Coworker die Community eines Coworkation Spaces als einen der wichtigsten Gründe für ihren Aufenthalt dort nannten. Coworkation Spaces sind Treffpunkte für derartige Sinngemeinschaften, Anziehungspunkte – touristische Attraktionen im weitesten Sinne. Ich könnte hier noch eine Reihe weiterer solcher Tourismus-Trends aufzählen – sie zeigen, wie relevant Coworking bereits für den Tourismus gewisser Destinationen ist, oder sein könnte.

Coworkationists sind Coworker

Gibt es statistisch betrachtet einen typischen Coworkation-Coworker? Sind darunter auch Coworker mit Kindern?

Samantha: Ja den typischen Coworkationist gibt es – und nein, keine Kinder. Coworkationists sind typischerweise unverheiratet, kinderlos und circa Mitte 30. Sie sind gut ausgebildet und technologieaffin. Konsequenterweise arbeiten die meisten von ihnen in wissensintensiven, online basierten Jobs im Dienstleistungssektor. Viele bezeichnen sich auch als Entrepreneur.

Coworkationists ähneln sich auch in ihren Einstellungen. Persönliche Freiheit und Flexibilität sind ihnen extrem wichtig. Oft wichtiger als die finanzielle Sicherheit eines festen Jobs. Auffällig ist, dass jeweils über 85 Prozent der Befragten ihre Arbeit als 'fulfillling' (erfüllend) und 'exciting' (spannend / aufregend) empfinden. Da diese Coworkationists oft an Dingen arbeiten, für die sie brennen, sehen sie kaum eine Notwendigkeit Arbeit und Vergnügen zu trennen. Für viele gehen diese vermeintlichen Gegensätze Hand in Hand – work-life-blending statt work-life-balance ist die Devise der Coworkationists, die in vielen Punkten charakteristisch für die so genannte hyperflexible GenerationY scheinen.

Ach, da fällt mir noch eine Anekdote zur Kinderfrage ein: Unverheiratet heisst nämlich nicht Single. Tatsächlich gaben zusätzlich zu den 17 Prozent verheirateter Coworkationists über 35 Prozent der Befragten an, in einer Beziehung zu sein. Insgesamt waren also weniger als die Hälfte der Teilnehmer Single. Während meiner Teilnahme am Coworking Camp in Tunesien habe ich denn auch zwei solcher Pärchen kennengelernt – das ist jetzt knapp zwei Jahre her und mittlerweile haben sie beide ein Baby. Und legten für die Babypause eine «stationäre» Phase ein. Ich bin gespannt, ob sie ihren nomadischen Lifestyle wieder aufnehmen, und ob die Zahl der «Coworkation Kids» mit der Zeit steigt.

Hast Du eine Lieblings-Location für Coworkation herausgefunden?

Samantha: Nein. Die Wahl einer Coworkation Location ist ebenso individuell wie die Wahl einer Ferien-Destination. Einige mögen es warm, andere zieht es in den Norden. Die eine bevorzugt Städtereisen, ein anderer sehnt sich nach Ruhe und Natur.

Entsprechend unterscheidet sich die Destination nach Zweck und Form der Coworkation-Reise. Um ein paar Beispiele zu geben:

  • Kreative, die eine Pause vom Stadtleben brauchen und in einer neuen Umgebung Inspiration suchen, halten Ausschau nach einem Coworkation Space auf dem Land.
  • Der privat surfende Unternehmer will vielleicht neue Kontakte knüpfen und geht nach Teneriffa.
  • Die Journalistin, die sich nach Sonnenwärme und guten Tapas sehnt, wird nach Mallorca reisen.

Oft geht es dabei weniger um die konkrete Destination, als um den Space und die Community die man dort erwarten kann. 61 Prozent der für meine Studie Befragten gibt an, in erster Linie wegen des Coworkation Spaces gekommen zu sein. Die Location war für sie sekundär. Einige erklärten gar, sie seien nicht wegen sondern trotz der Destination, die sie eigentlich als unattraktiv empfanden, gekommen. Solche Resultate zeigen die starke Anziehungskraft von Coworkation Spaces und damit auch ihr Potenzial für den Tourismus.

Coworkation: Coworking Space wichtiger als Destination

Welche Tipps kannst Du aus Deinen Studien für Menschen ableiten, die sich für Coworkation interessieren?

Samantha: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren! Dabei empfehle ich zwei Dinge zu beachten, die ich weniger aus meiner Studie als vielmehr aus meinen persönlichen Erfahrungen ableite:

Erstens ist es, insbesondere für 'Anfänger' wichtig, ein möglichst konkretes Ziel zu haben und die Coworkation Zeit etwas vorzuplanen. Wer sich ohne Zielsetzung aufmacht, erliegt vielleicht den attraktiven Ablenkungen der Feriendestination. Es kann schwer fallen, dem Strand, den Tapas, den Ausflugs- und Sportmöglichkeiten zu widerstehen. Da kann es schon zu einem Gefühl von Fear of Missing out (FoMo) kommen – besonders auf der ersten Coworkation und wenn diese nur eine kurze Zeit dauert.

Die geplante Coworkation wird dann schnell zu einer reinen vacation, die Ideen für die berufliche Tätigkeit bleiben Ideen. Eine erfolgreiche Coworkation braucht daher nach meiner Erfahrung eine gute Portion Disziplin und eine work hard – play hard-Einstellung. Bereits vor dem Reiseantritt sollten Coworkationists überlegen, welches Verhältnis von Ferien und Arbeit sie anstreben, und welche Zeitfenster sie für welche Aktivitäten vorsehen.

Zweitens nicht gleich aufgeben, wenn das erste Experiment missglückt. Mit Coworkation Spaces ist es ganz ähnlich wie mit Coworking Spaces – nicht jeder passt zu jedem. Die Konzepte, Orte, Hosts, Communities, etc. sind völlig verschieden und jeder Coworkation Space einmalig. Wem es am einen Ort nicht gefiel, der wird den nächsten vielleicht am liebsten gar nie mehr verlassen.

Genauso ist es ja auch mit den Coworking Spaces in einer Stadt – jeder ist anders aufgestellt. Für die Betreiber von Spaces: Welche Anforderungen haben Coworkation-Coworker? Unterscheiden sich diese von "normalen" Coworkern?

Samantha: Knapp 80 Prozent der von mir befragten Coworkationists sind mit Coworking vertraut, bevor sie eine Coworkation machen. Die beiden Gruppen 'Coworkation-Coworker' und 'normale Coworker' überschneiden sich also stark und sind so auch in Sachen Anforderungen sehr ähnlich.

Natürlich wird aber vieles, was zuhause als selbstverständlich angesehen wird, auf Reisen zu einer konkreten Anforderung. Zuoberst auf der Liste:

  • Zuverlässiges Internet
  • Gute Stühle und Schreibtische
  • Eine freundliche, eher ruhige, und vor allem produktive Atmosphäre

Coworking Spaces helfen hier: Denn statt im Hotelzimmer allein oder im Hostel neben Gästen in Partystimmung versuchen zu arbeiten, können sie sich im Coworkation Space mit Leuten umgeben, die genauso arbeiten und produktiv sein wollen.

Werden wir in 30 Jahren nicht mehr von Tourismus sprechen, weil flexibler Ortswechsel ganz normal stattfindet?

Samantha: Insbesondere unter jungen, gut ausgebildeten Wissensarbeitern scheint es tatsächlich eine Tendenz zu einem Leben on the move zu geben. Steve Munroe, einer der Gründer von Hubud, hat in einer Panel Diskussion mal gesagt: "The migration to everywhere is underway". Wer sich in der Coworking und Coworkation-Szene bewegt, ist geneigt dem zuzustimmen. Oft liegt hier aber wohl auch ein gewisses 'Bubble-Denken' vor. Ich glaube ja, wir werden flexibler, und ja, wir werden mobiler. Momentan gilt das aber noch immer nur für einen kleinen – wenn auch wachsenden – Teil der Gesellschaft. Unternehmen und deren Arbeitsbedingungen reagieren momentan doch noch erst sehr langsam auf diese Trends und Tendenzen.

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für immer mehr Leute: Ausschlafen und dafür am Abend länger arbeiten, über Mittag die Sonne geniessen und dann bis Mitternacht arbeiten, oder ab und zu von unterwegs oder aus dem Ferienhaus arbeiten. Diese neuen Chancen werden zunehmend genutzt.

Ob diese wachsende Flexibilität in der Arbeitswelt und das damit einhergehende Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit tatsächlich zu einer Welt führen, in der wir nicht mehr reisen sondern einfach permanent mobil sein werden, wie Brian Chesky einst vorhersagte …. das wird sich zeigen. Sicher ist, dass die Zeitpläne des Lebens und Arbeitens zunehmend heterogener und individueller werden und dass die aktuellen demografischen und soziokulturellen Veränderungen einen gravierenden Einfluss auf den Tourismus haben werden.

Wie hat sich für Dich persönlich das Eintauchen in die Coworking-Szene und die eigenen "Coworkations" angefühlt?

Samantha: Das war eine tolle Erfahrung. Die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Coworking-Szene hat mich wirklich beeindruckt. Sich in dieser Szene zu bewegen stimmt einem wirklich positiv.

Ich habe in dieser Zeit unglaublich viele neue Leute kennengelernt und Freundschaften auf der ganzen Welt geschlossen. Besonders bereichernd fand ich die Vielfalt an unterschiedlichen Lebensstilen und -einstellungen in die ich durch diese ganz unterschiedlichen Leute Einblick erhalten habe.

Ausserdem habe ich natürlich zahlreiche neue Orte besucht, darunter viele die ich sonst vermutlich nie in Betracht gezogen hätte – und überall habe ich mich willkommen, aufgehoben und zuhause gefühlt.

Was wirst Du als nächstes tun?

Samantha: Ich bin fest davon überzeugt, dass Coworkation für zahlreiche Tourismusdestinationen grosse Chancen bieten kann. Insbesondere für solche, die ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben und solche, die ihre besten Zeiten hinter sich haben. Coworkation ist ein innovatives Tourismuskonzept, welches solchen Orten bei der Erschliessung neuer, zukunftsträchtiger Kundensegmente helfen kann. Ausserdem glaube ich fest an das Potenzial der Ideen und Konzepte welche sowohl Coworking als auch Coworkation zugrunde liegen: Community, Kollaboration und Mobilität. Aus diesen Gründen werde ich das Thema auf jeden Fall weiterverfolgen, am Ball bleiben, weiter darüber sprechen, schreiben und informieren.

Das Ganze war für mich viel mehr als eine Masterarbeit und der Abschluss meiner Studie bedeutet für mich keinesfalls das Ende meiner Coworkation Zeit – im Gegenteil. Jetzt wo die Arbeit endlich durch den universitären Prozess durch ist, kann es so richtig los gehen. Momentan arbeite ich daran, meine Erkenntnisse aufzuarbeiten und für die Coworking Szene nutzbar zu machen.

Deklariertes Ziel der Arbeit war es aber von Anfang an, nicht nur Coworking Spaces zu helfen, ihr touristisches Potenzial zu nutzen. Genauso möchte ich touristischen Destinationen bzw. den federführenden Personen im Destinations-Management aufzeigen, welchen Wert Coworking Spaces für sie haben könnten, wo sie von ihnen lernen, mit ihnen zusammenarbeiten und von ihnen profitieren könnten. Das ist wohl der schwierigere Teil der Umsetzungsarbeit – aber ich bin dran!

Auf jeden Fall bleibe ich der Coworking und der wachsenden Coworkation Szene erhalten – Ich zähle mich ja mittlerweile selber zum festen Inventar und so schnell werdet ihr mich nicht mehr los!

Das ist ja klasse! Dann freu ich mich auf die nächste Coworkation bei uns – oder ganz verwegen: Vielleicht suchen wir ja mal gemeinsam einen schön gelegenen Coworking Space andernorts auf...

Links zur Vernetzung mit Samantha Wolf:
coworkationist.com • twitter.com/coworkationist • Medium.com/@floWSam

* Wolf, Samantha (Nov. 2016). Coworking as a new relevant trend for tourism? An exploratory study. [Master Thesis]. Institute for Systemic Management and Public Governance (IMP-HSG). University of St. Gallen (unpublished). Betreuender Professor der Master-Arbeit war Pietro Beritelli, dessen Forschungsgruppe sich mit betriebs- und volkswirtschaftlichen Fragen in Tourismus und Verkehr befasst.

Mit ☼ im ♥ geschrieben von Doris • Dieser Beitrag Coworkation: Was ist das, wer macht das? erschien zuerst im Blog Rayaworx.eu

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